Hochkönig über Arthurhaus



Arthurhaus - Mitterfeldalm - Hochkönig

 

Als wir die Westhänge des Salzachtals erblickten wurde uns sofort klar, dass wir den ursprünglichen Plan, nämlich die Abfahrt bis nach Bischofshofen, wegen Schneemangels absagen mussten. Also ging es mit dem Auto, anstelle des Ski-Busses, hinauf zum Arthuthaus. Der Parkplatz war voller Schitourengeher, welche aber zum Großteil pulverschneesuchend Richtung Mandelwand abzogen.

 

Im Bereich des Arthurhauses fanden wir für dieses Gebiet relativ wenig Schnee vor (aber immer noch mehr als genug). Viel wurde es erst als wir, hinter der Mitterfeldalm, auf die Nordseite des Hochkönigs bogen. Dort, zwischen 1600 und 1800 m.ü.A. gab es sogar noch Pulverschnee. Weiter oben neben der Torsäule bis hinauf zum Gipfel hat der Wind ganz schöne Arbeit geleistet. Wir sahen fast alle mir bekannten Variationen von Schnee, vom lockerem abgelagerten Triebschnee bis zum abgewehten und pickelharten Altschnee. Oben am Plateau (>2500 m.ü.A) waren alle Rücken und Grate fast vollständig abgeweht, sodass die Schi öfter mal erzwungenen Felskontakt hatten. In den dazwischenliegenden Senken ist es aber gut gegangen.  

Einige Male mussten wir vor den heftigen Windböen und vorbeischießenden Schneekristallen in Deckung gehen. Wir waren schon kurz davor die Tour abzubrechen, doch nach anstrengenden 6 Stunden und 1550 Höhenmetern bei über 9km erreichten wir das Matrashaus. Gott sei Dank war der Winterraum offen. Die Aussicht vom Hochkönig, welche für mich die schönste im ganzen Pongau ist, hat uns wieder einmal nicht enttäuscht.

Zur Abfahrt entschieden wir uns oben am Plateau für eine etwas andere Variante, welche ich auch für den Aufstieg empfehle. Anstatt uns orographisch gesehen rechts durch die Hügel zu schlängeln sind wir links mittig über das Plateau (ohne neue Kratzer im Belag) abgefahren. Am Ende trugen wir die Schi, ohne aufzufellen, etwa 30hm zur Schoberscharte hinauf und fuhren den gewöhnlichen Aufstiegsweg ab. Unterhalb der Torsäule fanden wir ganz nahe an den Felswänden noch letzte Reste allerfeinsten Pulverschnees. 

 

Autor: Gollegger Johannes
Datum: 22.02.2020
Saison: 19/20
Gebiet: Hochkönig

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