Seekopf



Dem Lawinenlagebericht Folge leistend stand heute eine defensive Tour auf dem Programm.

Unser heutiges Ziel war die Kolmkarspitze und Seekopf in Rauris. Die Mautstraße zum Lenzanger-Parkplatz ist noch geschlossen. Dennoch war der Andrang schon am Morgen groß. Der Parkplatz an der Mautstelle war um 7 Uhr schon ziemlich voll. Für die aktuelle Situation mit starkem Föhn haben wir uns heute für das westseitige Kar mit dem Windschutz der Filzenkammfelsen entschieden. Auf dem Rücken zwischen den beiden Gipfeln haben wir dann den Föhnsturm voll abbekommen und nur den Seekopf bestiegen. Die Abfahrt vom Gipfel war hart, aber griffig und gut zu fahren. Nach der Querung gings die schönen Hänge so nah wie möglich an den Felsen entlang in kompaktem nach unten etwas "schnittigeren" Pulverschnee zur Filzenalm. Nach einer gemütlichen Pause an der Alm ging´s über Kolm Saigurn die Straße am Rand abrutschend zurück zum Parkplatz.

Ich hab hier nochmal kurz die ersten Zeilen vom heutigen Lagerbericht kopiert:

Komplexe Gefahren, früher Aufbruch und Erfahrung in der Lawinenbeurteilung sind wichtig! Nach klarer Nacht unterschiedlich tragfähige Krusten in mittleren Lagen, jedoch mit Einstrahlung und markantem Temperaturanstieg rascher Festigkeitsverlust am Vormittag.

Wir sind heute um 11 Uhr gemütlich an der Filzenalm in der Sonne gesessen und haben uns das Treiben am Arn angesehen. Bei den heutigen Verhältnissen den Hocharn zu gehen, da hätte ich grundsätzlich schon Bauchweh gehabt, ist aber vielleicht noch vertretbar...

Wir haben die ganze Arn-Flanke im Blickfeld gehabt: 

Es sind schon mindestens 6-7 Schneebretter abgegangen mit ziemlich breiten Anrissen. Von der anderen Seite schon spannend zu sehen. Teilweise neben der Aufstiegsspur oder weit darüber...

Um 11 Uhr sind noch mehrere Tourengeher die Hänge unterhalb des Sonnblicks mit Ziel Hocharn aufgestiegen, kurz vor der Rechtsquerung. Auch wenn ich hier wieder die überzeugten Spätstarter auf´n Plan hole, frage ich mich bei solchen Aktionen schon, ob der Lagebericht im Netz komplett für´n A... is. Eigentlich wurden alle angesprochenen Gefahren komplett ignoriert!

Unsere heutige siebenköpfige Tourentruppe hat das Thema natürlich fleißig diskutiert. Als Ergebnis war einstimmig:

Einfach nur DUMM! Wenn man sich überhaupt keine Gedanken über Tourenplanung, Timing, Wind etc. macht sollte man einfach zu Hause bleiben!

 

 

 

 

Autor: Andreas Eicher
Datum: 17.03.2019
Saison: 18/19
Gebiet: Goldberggruppe

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Andreas Eicher18.03.2019

Ottakringer hab i no nia probiert und bei der Filzenalm gibts no nix. Im Schloss Kammer wars dann nimma ganz so trocken :-)).

Mansi zugegeben die Wortwahl war zu hart, vielleicht auch etwas übers Ziel hinausgeschossen.

Für mich aber trotzdem überhaupt nicht nachvollziehbar. Unser Tour hätt ma Mittag auch starten können aber den Hocharn???

Gruass

Andi

Andreas Zauhar zu Sonnenplatze...17.03.2019

Extrem trockene Diskussion ...

. :-))

Thomas Mansberger17.03.2019

......also den Hocharn würde ich bei Föhn generell meiden, allerdings kühlt der Wind auch und somit wird die Nassschneegefahr minimiert bzw. verzögert.....

Ob es da so harte Worte braucht???

Den Strichkogel wär i heute a nit gegangen, das war vom Peter allerdings sehr clever!

LG Mansi