Hochalmer



...aus dem Gößgraben über die Gießener Hütte

Anmarsch von der Mentebauerhütte grenzwertig langwierig über die Straße zum Speicher Gößkar und weiter bis zur Gießener Hütte (Abschneider waren wegen der sonnseitig geringen Schneelage nicht mehr möglich)

ab dem Speicher aber traumhaftes Ambiente im Talschluss des Gößgrabens!

Abfahrt vom Gipfelgrat bis unter die Gießener Hütte (1.300 HM) in perfektem Firn....

Unglaubliches Erlebnis:
Ein um die 60-jähriger aber ziemlich "zaacher" Kärntner Bergführer rutschte am Gipfelgrat aus, stürzte über felsiges Gelände in die Gößrinne ab und schlitterte fast die ganze Rinne (ca. 300 HM) hinunter. Anschließend spurte er trotz Prellungen und einer Knieverletzung zu Fuß die ganze Rinne zurück hinauf in die Scharte! 
Ich kam ungefähr eine halbe Stunde später von unten zur Rinne, sammelte alle möglichen Utensilien, die er bei dem Sturz verloren hatte (von den Schistöcken über Trinkflasche, Sonnenbrille, Felle, Haube und einen Handschuh) zusammen und nahm sie mit nach oben.
Danach verweigerte er (obwohl völlig mit den Kräften am Ende) eine Hubschrauberbergung und schaffte mit seinem Kollegen tatsächlich noch selbstständig die Abfahrt (inkl. Gegenanstieg Richtung Oberlercherspitz) bis zum Kölnbreinspeicher!
Hut ab, aber vielleicht auch falscher Ehrgeiz...!
Autor: Thomas Eckerstorfer
Datum: 30.03.2011
Saison: 10/11
Gebiet: Hochalmspitzgruppe

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Thomas Eckerstorfer31.03.2011
  Servus Edi,
du hast sicher eh recht! Ich wär wahrscheinlich auch der gleiche, aber in dem Moment hab ich mir nur gedacht: So ein sturer Hund, wenn er sich nach 40 Jahren unfallfreiem Bergsteigen (so hat er es zumindest behauptet) einmal mit dem Heli abholen lässt, wär´s auch keine Schande gewesen (und in dem Fall die weniger riskante Variante)!
Ich selbst war nämlich auch von gewissen Zweifeln geplagt, ob es von mir in Ordnung war, die beiden alleine auf die andere Seite runterfahren zu lassen! Hätte ja auch mitfahren und mich nachher zum Auto hineinführen lassen können! Aber irgendwie war dann auch mein Ego zu stark ausgeprägt, als dass ich die schöne Firnabfahrt jetzt sausen lassen sollte, wenn ich mich schon so lange hinaufgeplagt hatte...!
Am Abend haben wir uns dann zusammentelefoniert und daher weiß ich, dass alles gut ausgegangen ist! Nachträglich is er auch für mich ein Held...
Lg. Tom
31.03.2011
Edi Mörtl 31.3.2011
Servas Thomas,
super Eintrag wieder amoi von dir, echt klass!!
Na a Wort zu dem Verunglückten: füa mi is er a wahrer Held. I kenn des Gefühl, wen nma, aus welchem Grund auch immer, einen Unfall in de Berg verursacht. Mi hods leider scha 3mal erwischt. Wut, Scham, Selbstzweifel, Blamage und so ähnliche Dinge sausen dir do durch den Kopf und jetzt solln a na andere weng dir (Deppen?) wos woaß i riskiern. Zwei mal hab i mi mit schlimmsten Verletzungen ins Tal runter gschleppt ( beim Klettern 10m Sturz ins Seil mit Mittelfußbruch, Schulterband-Abriss und Handbruch- musste noch 3 Seillängen abseilen! Einmal das Glocknerleitl bei Blankeis runter, wieder Handbruch und schwerste Abschürfungen-Hose war nicht mehr vorhanden) Mich ärgert heute noch, dass ich nach 3 Tagen Schneehöhle - nicht vorher gesagter Wettersturz - am Castor (Wallis) in den Heli gestiegen bin.
Manchmal is Zähne zam beissen ned verkehrt ;-)
Eiso, aufpaßn und gsund bleim!